Bevor diese Rohkaffeesäcke unsere Rösterei erreichen, wurden die Bohnen im Ursprungsland bereits entkoffeiniert. Erst dann beginnt bei Reinholz der nächste Schritt: die schonende Trommelröstung für maximalen Geschmack.
Koffeinfreier Kaffee schmeckt langweilig? Dieses Vorurteil hält sich hartnäckig. Tatsächlich hat sich bei der Entkoffeinierung in den vergangenen Jahrzehnten enorm viel getan. Moderne Verfahren entfernen das Koffein, ohne die feinen Aromen des Kaffees zu zerstören. Das Ergebnis: Spezialitätenkaffee, der geschmacklich kaum von seinem koffeinhaltigen Pendant zu unterscheiden ist.
Doch wie funktioniert die Entkoffeinierung eigentlich? Welche Verfahren gibt es? Und warum setzen wir bei Reinholz bewusst auf die natürliche Sugar-Cane-Methode?
Warum Kaffee überhaupt entkoffeiniert wird
Nicht jeder möchte oder verträgt Koffein. Manche genießen ihren Kaffee gerne am Abend, andere reagieren empfindlich auf Koffein oder möchten ihren Konsum bewusst reduzieren. Trotzdem möchte niemand auf den Geschmack eines hochwertigen Spezialitätenkaffees verzichten.
Die gute Nachricht: Dank moderner Entkoffeinierungsverfahren ist genau das heute möglich. Entscheidend sind dabei zwei Faktoren: ein hochwertiger Rohkaffee und ein Verfahren, das möglichst viele Aromastoffe in der Bohne erhält.
Warum entkoffeinierte Bohnen schwieriger zu rösten sind
Die Entkoffeinierung erfolgt bereits vor der Röstung – also beim grünen Rohkaffee. Während dieses Prozesses verändert sich die Struktur der Bohne. Sie wird etwas poröser und verliert Feuchtigkeit schneller. Dadurch reagiert sie beim Rösten deutlich empfindlicher als normaler Rohkaffee.
Für Röstmeister bedeutet das: Temperatur und Röstzeit müssen noch präziser abgestimmt werden. Nur so entstehen auch bei entkoffeiniertem Kaffee komplexe Aromen, eine angenehme Süße und ein ausgewogener Körper. Gerade deshalb ist die Erfahrung des Rösters bei koffeinfreiem Kaffee besonders entscheidend.


Welche Verfahren zur Entkoffeinierung gibt es?
Im Laufe der Zeit haben sich verschiedene Verfahren etabliert. Sie unterscheiden sich vor allem darin, womit das Koffein aus der Bohne gelöst wird.
| Verfahren | Wie funktioniert es? | Rückstände | Umweltbilanz |
|---|---|---|---|
| Lösungsmittel-Verfahren | Lösungsmittel binden das Koffein und entfernen es aus der Bohne. | Geringe, gesundheitlich unbedenkliche Rückstände möglich | Industrielles Verfahren |
| CO₂-Verfahren | Kohlendioxid unter Druck löst das Koffein selektiv aus der Bohne. | Rückstandsfrei | Hoher technischer Aufwand |
| Sugar-Cane-Methode | Natürliches Ethylacetat aus Zuckerrohr entzieht der Bohne das Koffein. | Rückstandsfrei | Natürlicher Rohstoff, ressourcenschonend |
Lösungsmittel-Verfahren
Dieses klassische Verfahren wird bereits seit Anfang des 20. Jahrhunderts eingesetzt. Dabei werden spezielle Lösungsmittel verwendet, die gezielt das Koffein aus den Bohnen lösen. Anschließend werden die Bohnen gründlich gereinigt und weiterverarbeitet. Die heute eingesetzten Stoffe gelten als gesundheitlich unbedenklich. Dennoch bevorzugen viele Kaffeeliebhaber inzwischen alternative Verfahren, die auf natürlichere Prozesse setzen.
CO₂-Verfahren
Das CO₂-Verfahren gilt als besonders hochwertig. Hier wird Kohlendioxid unter hohem Druck verflüssigt und gezielt eingesetzt, um das Koffein aus der Bohne zu lösen. Die meisten Aromastoffe bleiben dabei erhalten. Der Nachteil: Das Verfahren ist technisch sehr aufwendig und entsprechend kostenintensiv.
Die Sugar-Cane-Methode – unser Favorit
Für unsere koffeinfreien Kaffees setzen wir bewusst auf die Sugar-Cane-Methode.
Dieses Verfahren stammt ursprünglich aus Kolumbien und nutzt Ethylacetat, das auf natürliche Weise aus fermentiertem Zuckerrohr gewonnen wird. Deshalb wird es auch häufig Sugar-Cane-Process genannt. Zunächst werden die Rohbohnen mit Wasser und Wasserdampf vorbereitet. Anschließend löst das natürliche Ethylacetat gezielt das Koffein aus der Bohne. Die wertvollen Aromastoffe bleiben dabei weitgehend erhalten.
Im letzten Schritt wird das Ethylacetat vollständig entfernt und die Bohnen schonend getrocknet. Das Ergebnis ist ein entkoffeinierter Rohkaffee, der seine ursprünglichen Geschmacksnoten nahezu vollständig bewahrt. Gerade hochwertige Arabica-Kaffees aus Kolumbien profitieren von diesem Verfahren besonders. Fruchtige Noten, feine Süße und schokoladige Nuancen bleiben erhalten – genau das, was einen guten Spezialitätenkaffee ausmacht.

Kolumbien Koffeinfrei Filterkaffee
Koffeinfrei genießen – den ganzen Tag
Wer sagt eigentlich, dass guter Kaffee Koffein braucht? Unser koffeinfreier Filterkaffee aus Kolumbien wird mit der natürlichen Sugar-Cane-Methode entkoffeiniert und anschließend schonend im Trommelröster veredelt. Das Ergebnis: ein angenehm weicher Spezialitätenkaffee mit vollem Aroma – perfekt für den Abend oder alle, die bewusst auf Koffein verzichten möchten.
Auch die Herkunft und Röstung zählen
Ein gutes Entkoffeinierungsverfahren allein macht noch keinen außergewöhnlichen Kaffee. Ebenso wichtig sind hochwertige Rohbohnen und eine sorgfältige Röstung.
Unsere koffeinfreien Kaffees stammen aus Huila in Kolumbien von der El Desarrollo Women Association. Die Kaffeebäuerinnen setzen sich für nachhaltigen Kaffeeanbau und bessere Lebensbedingungen in ihrer Region ein. Nach der Entkoffeinierung werden die Bohnen von unserem Röstmeister Heiko schonend in der Trommel geröstet. So entwickeln sich genau die Aromen, die hochwertigen Spezialitätenkaffee auszeichnen.
Unser koffeinfreier Espresso überzeugt mit Noten von Vanille und Karamell, während unser koffeinfreier Filterkaffee angenehm weich, ausgewogen und harmonisch schmeckt.

Kolumbien Koffeinfrei Espresso
Vollmundiger Espresso. Ohne Koffein.
Kräftig, aromatisch und überraschend ausgewogen: Unser koffeinfreier Espresso zeigt, wie gut entkoffeinierter Kaffee heute schmecken kann. Dank der natürlichen Sugar-Cane-Methode und unserer schonenden Trommelröstung begeistert er mit feinen Noten von Vanille und Karamell – ideal pur oder als Cappuccino.
Fazit: Genuss ohne Kompromisse
Koffeinfreier Kaffee ist längst kein Ersatzprodukt mehr. Moderne Entkoffeinierungsverfahren wie die Sugar-Cane-Methode ermöglichen es, das Koffein nahezu vollständig zu entfernen und gleichzeitig die feinen Aromen der Bohne zu bewahren.
In Kombination mit hochwertigen Rohkaffees und einer schonenden Trommelröstung entsteht ein Kaffee, der geschmacklich kaum Wünsche offenlässt. Wer hochwertigen Spezialitätenkaffee liebt, muss deshalb auch ohne Koffein auf nichts verzichten.
FAQ
Nicht ganz. In der EU darf entkoffeinierter Röstkaffee maximal 0,1 % Restkoffein enthalten. Diese Menge ist so gering, dass sie für die meisten Menschen kaum spürbar ist.
Das CO₂-Verfahren und die Sugar-Cane-Methode gelten als besonders aromenschonend. Wir setzen bewusst auf die Sugar-Cane-Methode, weil sie natürlich, rückstandsfrei und besonders schonend arbeitet.
Bei diesem Verfahren wird das Koffein mithilfe von natürlichem Ethylacetat entfernt, das aus Zuckerrohr gewonnen wird. Die Methode stammt aus Kolumbien und erhält die feinen Aromen hochwertiger Arabica-Kaffees besonders gut.
Früher war das häufig der Fall. Moderne Verfahren sorgen heute dafür, dass hochwertiger koffeinfreier Kaffee geschmacklich kaum von klassischem Spezialitätenkaffee zu unterscheiden ist.
Ja. Bei Reinholz findest du sowohl einen koffeinfreien Filterkaffee aus Kolumbien als auch einen koffeinfreien Espresso aus Kolumbien. Beide Kaffees werden auf den Farmen mit der Sugar-Cane-Methode entkoffeiniert und anschließend schonend im Trommelröster veredelt.





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