Margot und Walter Knauer zwischen Kaffeepflanzen in Peru. Über Pacha Mama verbindet sie seit 2013 eine langjährige Kaffeepartnerschaft mit Reinholz.
Manche Kaffees kommen und gehen. Andere bleiben. Nicht nur im Sortiment, sondern vor allem in Erinnerung. Weil hinter ihnen Menschen stehen, gemeinsame Erlebnisse und Geschichten, die über viele Jahre gewachsen sind. Pacha Mama gehört für uns ganz eindeutig zur zweiten Kategorie.
Dieser Kaffee begleitet Reinholz bereits seit 2013. Und wenn wir heute einen Sack Pacha Mama öffnen, steckt darin für uns deshalb ein bisschen mehr als peruanischer Hochlandkaffee. Es steckt eine ziemlich schöne Kaffeefreundschaft darin.
Alles begann mit ein paar Kaffeesäcken in einer Münchner Garage
Unsere Geschichte mit Pacha Mama beginnt nicht auf einer großen Kaffeemesse und auch nicht mit einem anonymen Rohkaffee-Muster. Sondern ziemlich bodenständig: in einer Garage in München. Dort lagerte Walter Knauer damals die ersten Säcke Pacha Mama. Heiko fuhr hin, holte den Kaffee persönlich ab – und damit begann eine Zusammenarbeit, die bis heute besteht.
Walter und seine Frau Margot kümmern sich von München aus um Import und Vertrieb des PachaMama-Kaffees. Die aktuelle PachaMama-Webseite beschreibt die Partnerschaft mit den Produzenten in Peru ebenfalls als eine Zusammenarbeit, die seit 2013 Bestand hat. Aus den ersten Säcken in der Garage wurde mit den Jahren eine feste Verbindung. Und aus Geschäftspartnern wurden Menschen, mit denen uns mittlerweile ziemlich viel Kaffeegeschichte verbindet.
Von München nach Peru: Was bedeutet Pacha Mama?
Um zu verstehen, warum dieser Kaffee so heißt, müssen wir ziemlich weit weg von Fulda. Nach Peru. Der Name Pacha Mama stammt aus dem Kulturraum der Anden und steht für Mutter Erde. Genau diese Bedeutung war für Margot und Walter ausschlaggebend für den Namen ihres Hochlandkaffees: Er soll die Wertschätzung für den Boden ausdrücken, auf dem der Kaffee wächst, und für die Menschen, die ihn anbauen.
Heute stammt Pacha Mama aus den Familienfarmen der Cooperativa Satinaki in Chanchamayo in Peru. Die Region liegt östlich der Anden und gehört zu den bekannten Kaffeeanbaugebieten des Landes.

Kaffeeanbau auf bis zu 1.700 Metern
Die Familienfarmen liegen im Hochland zwischen 1.320 und 1.720 Metern. Angebaut werden Arabica-Varietäten wie Caturra und Catuaí. Die Kaffeepflanzen wachsen im Schatten, wodurch ein ausgeglichener Reifezyklus unterstützt wird. Geerntet werden die reifen Kaffeekirschen von Hand. Anschließend wird der Kaffee nass aufbereitet und in der Sonne getrocknet.
Gerade die Höhenlage spielt für die Entwicklung der Kaffeekirschen eine wichtige Rolle. Unter den dortigen Bedingungen reifen sie vergleichsweise langsam und haben dadurch Zeit, ihre Aromen auszubilden. Aber bevor aus einer roten Kaffeekirsche der grünliche Rohkaffee wird, der irgendwann bei uns in Fulda landet, steckt ziemlich viel Handarbeit darin.

Nach der Ernte beginnt die nächste Arbeit
Mit dem Pflücken ist es nämlich längst nicht getan. Die Kaffeekirschen müssen aufbereitet werden, damit aus ihnen lager- und transportfähiger Rohkaffee entsteht. Bei Pacha Mama erfolgt die Aufbereitung washed, also nass. Anschließend wird der Kaffee sonnengetrocknet und nach Größe, Gewicht und Farbe sortiert. Der Rohkaffee wird für den Transport hermetisch in GrainPro geschützt und anschließend in Jutesäcke eingenäht.
Das Trocknen klingt dabei zunächst ziemlich idyllisch: Kaffee ausbreiten, peruanische Sonne drauf, fertig. Ganz so entspannt ist es natürlich nicht. Der Kaffee muss während der Trocknung immer wieder bewegt werden, damit er möglichst gleichmäßig trocknet.
Qualität entsteht nicht erst im Röster
Das ist vielleicht einer der Punkte, die uns bei Kaffee besonders wichtig sind: Wir können in Fulda nur mit der Qualität arbeiten, die vorher im Ursprung entstanden ist. Eine gute Röstung kann aus hervorragendem Rohkaffee einen hervorragenden Kaffee machen. Sie kann aber nicht rückgängig machen, was beim Anbau, bei der Ernte oder bei der Aufbereitung schiefgelaufen ist. Deshalb beginnt Qualitätsarbeit viel früher.
PachaMama bietet beispielsweise Schulungen für die Cafetaleros, die Ausbildung von Agraringenieuren und Q-Gradern sowie Qualitätskontrollen direkt vor Ort. Dazu gehören unter anderem Messungen der Wasseraktivität und des pH-Wertes, Laboruntersuchungen und Workshops zu Themen wie Geschmacksprofilen, Aufbereitung und Varietäten. Auch Investitionen in Neuanpflanzungen, Bio-Dünger und Infrastruktur werden unterstützt. Das klingt vielleicht zunächst ziemlich technisch. Dahinter steckt aber eine einfache Idee:
Guter Kaffee entsteht nicht zufällig.
Er ist das Ergebnis von Wissen, Erfahrung und ziemlich vielen Entscheidungen, lange bevor wir unseren Röster einschalten.

Und dann stand plötzlich ein Kaffeefarmer in Fulda
Zurück zu unserer eigenen Pacha-Mama-Geschichte: Nach Heikos erster Garagen-Kaffeeabholung in München folgte irgendwann eine Lieferung, die uns besonders im Gedächtnis geblieben ist. Walter brachte den Kaffee diesmal selbst nach Fulda. Und er kam nicht allein: Mit dabei war ein peruanischer Kaffeefarmer. Vom Menschen, der den Kaffee anbaut, über den Importeur bis zum Röster standen damit plötzlich alle gemeinsam bei uns in Fulda. Walters Kommentar dazu:
„Das ist Direct Trade at its best.“
Besser hätten wir es vermutlich auch nicht zusammenfassen können. Denn genau darum geht es für uns beim direkten Kaffeehandel: nicht um ein schönes Schlagwort auf einer Packung, sondern darum, zu wissen, woher unser Kaffee kommt und wer dahintersteht. Und im besten Fall kennt man sich irgendwann nicht nur über Rechnungen und Lieferscheine.
Direct Trade heißt für uns vor allem: Beziehungen
Was genau Direct Trade bedeutet, haben wir in unserem Kaffee-Magazin bereits ausführlich erklärt. Bei Pacha Mama wird das Prinzip aber besonders greifbar. PachaMama beschreibt den Kaffee als direkt bezogenen Hochlandkaffee aus den Familienfarmen der Cooperativa Satinaki. Nach eigenen Angaben werden die Kaffees Ernte für Ernte zu Einkaufspreisen über Weltmarktniveau bezogen. Unterstützt werden außerdem Maßnahmen in den Bereichen Bildung, Gesundheit, landwirtschaftliche Weiterbildung und Infrastruktur. Für uns ist aber vor allem die Langfristigkeit entscheidend.

Seit 2013 begleitet uns diese Verbindung.
Kaffeepreise verändern sich. Ernten fallen unterschiedlich aus. Herausforderungen im Anbau verändern sich. Und trotzdem arbeitet man weiter miteinander. Genau daraus entstehen Beziehungen, die mehr sind als ein Einkauf für die nächste Röstcharge.
Auch der Kaffeeanbau in Peru steht vor neuen Herausforderungen. Die Folgen der Klimakrise machen es notwendig, den Anbau immer wieder anzupassen und weiterzuentwickeln. Deshalb setzen die Produzenten unter anderem auf strategische Planung, Weiterbildung, neue Varietäten und angepasste Anbaumethoden. Investiert wird außerdem in Bio-Dünger, Neuanpflanzungen und Infrastruktur. Schulungen und Entwicklungsprojekte helfen dabei, Wissen weiterzugeben und die Betriebe langfristig weiterzuentwickeln.
Und auch die Kaffeekirsche selbst lässt sich besser nutzen: Aus den getrockneten Schalen entsteht Cascara, ein Tee aus der Kaffeekirsche. Damit wird ein Nebenprodukt der Kaffeeaufbereitung zu einem zusätzlichen Produkt – und eröffnet den Kleinbauern eine weitere Möglichkeit, Einkommen zu erwirtschaften.
Und wie schmeckt Pacha Mama?
Pacha Mama ist ein 100 % Arabica aus Peru. Je nachdem, wie er geröstet wird, zeigt er unterschiedliche Seiten: Bei einer helleren Röstung stehen Schokolade und Mandel, eine leichte Fruchtigkeit und ein seidiger Abgang im Vordergrund. Dunkler geröstet entwickeln sich stärker karamellige und nussige Aromen sowie Noten von dunklem Kakao.
Und genau hier kommen wir ins Spiel: Bei Reinholz rösten wir Pacha Mama als Bio-Espresso. In unserer Röstung treffen eine leichte Süße auf Karamell, Mandel und Schokolade – ausgewogen, angenehm kräftig und wunderbar unkompliziert. Besonders gerne trinken wir ihn aus dem Siebträger, dem Herdkännchen oder dem Vollautomaten. Und das Schönste: Wer nach all den Geschichten aus Peru jetzt Lust bekommen hat, selbst zu probieren, kann genau diesen Kaffee auch mit nach Hause nehmen.

Von Peru über München nach Fulda
Wenn wir heute Pacha Mama rösten, sehen wir deshalb nicht einfach nur einen weiteren Rohkaffee. Wir sehen einen Kaffee, der eine ziemlich lange Geschichte mitbringt. Von den Familienfarmen im peruanischen Hochland über Margot und Walter in München bis zu uns nach Fulda. Eine Geschichte, die irgendwann mit ein paar Kaffeesäcken in einer Garage angefangen hat.
Und die mehr als ein Jahrzehnt später immer noch weitergeht. Vielleicht ist genau das für uns das Schönste an Kaffee: Dass eine Tasse manchmal viel mehr verbindet als zwei Orte auf einer Landkarte. Wer noch tiefer in die Arbeit von PachaMama, die Kaffees aus Peru und die Projekte vor Ort einsteigen möchte, findet hier im Flyer weitere Informationen.
Häufige Fragen zum Pacha Mama Kaffee
Pacha Mama steht im Kulturraum der Anden für Mutter Erde. Der Name des Kaffees soll die Wertschätzung für den Boden und die Menschen ausdrücken, die den Kaffee anbauen und pflegen.
Pacha Mama kommt aus Chanchamayo im peruanischen Hochland. Dort wächst der Bio-Arabica auf den Familienfarmen der Cooperativa Satinaki – umgeben von üppiger Natur und unter den besonderen Bedingungen der Andenregion. Von dort beginnt seine lange Reise, die ihn schließlich bis zu uns nach Fulda führt.
Die Kaffeekirschen werden von Hand geerntet. Anschließend wird der Kaffee nass beziehungsweise washed aufbereitet und sonnengetrocknet. Danach erfolgt eine Sortierung unter anderem nach Größe, Gewicht und Farbe.
Ja. Pacha Mama ist ein bio-zertifizierter Hochlandkaffee aus Peru. Er stammt aus den Familienfarmen der Cooperativa Satinaki und wird nach ökologischen Standards angebaut. Auch unser Pacha Mama Espresso bei Reinholz ist Bio-zertifiziert – vom Ursprung bis in die Tasse.
Die Verbindung besteht seit 2013. Die ersten Säcke holte Heiko persönlich bei Walter Knauer in München ab. Seitdem begleitet Pacha Mama Reinholz über viele Jahre hinweg.





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