Wenn draußen die Temperaturen steigen und die Sonne langsam den Alltag entschleunigt, gibt es für uns kaum etwas Besseres als einen richtig guten Cold Brew auf Eis. Erfrischend, weich, aromatisch und irgendwie ganz anders als klassischer Kaffee. Wer Cold Brew noch nie ausprobiert hat, sollte das diesen Sommer unbedingt ändern.
Sommer im Glas
Cold Brew ist nicht einfach nur kalt gewordener Kaffee. Ganz im Gegenteil. Durch die langsame Extraktion mit kaltem Wasser entstehen komplett andere Aromen. Der Kaffee wird milder, runder und unglaublich angenehm zu trinken. Gerade an heißen Tagen ist das für uns die perfekte Alternative zum klassischen heißen Filterkaffee oder Espresso.
Und das Beste: Cold Brew selber machen ist viel einfacher, als viele denken.
Was ist Cold Brew überhaupt?
Cold Brew bedeutet übersetzt erstmal nichts anderes als „kalt gebrühter Kaffee“. Der entscheidende Unterschied liegt dabei in der Zubereitung. Während klassischer Eiskaffee meistens aus heiß gebrühtem Kaffee besteht, der später heruntergekühlt wird, wird Cold Brew direkt mit kaltem Wasser angesetzt. Genau das verändert den Geschmack enorm.
Der Kaffee zieht dabei über viele Stunden langsam im Wasser und entwickelt dadurch ein ganz eigenes Aroma. Die Extraktion läuft deutlich sanfter ab als bei heißem Wasser. Bitterstoffe und Säure treten weniger stark hervor, während süße und fruchtige Noten besonders schön zur Geltung kommen.
Viele Menschen, die Cold Brew zum ersten Mal probieren, sagen deshalb oft:
„Das schmeckt ja gar nicht typisch nach Kaffee.“
Und genau das macht ihn so spannend. Cold Brew erinnert geschmacklich manchmal fast ein bisschen an Tee. Leicht, weich und unglaublich klar. Besonders fruchtige Kaffees entwickeln dabei spannende Aromen, die man bei heißer Zubereitung oft ganz anders wahrnimmt. Auch optisch sieht Cold Brew besonders aus. Die Farbe wirkt meist deutlich heller als klassischer Kaffee. Je nach Bohne entsteht ein warmes hellbraun mit leicht orangenen Reflexen. Auf Eis serviert sieht das einfach nach Sommer aus.

Woher kommt Cold Brew eigentlich?
Auch wenn Cold Brew heute wie ein moderner Trend wirkt, ist die Idee tatsächlich schon mehrere hundert Jahre alt. Die ersten bekannten Methoden stammen aus Japan im 17. Jahrhundert. Dort entwickelte sich der sogenannte Kyoto Style. Dabei läuft kaltes Wasser langsam Tropfen für Tropfen über gemahlenen Kaffee. Historiker vermuten allerdings, dass niederländische Händler die Methode ursprünglich nach Japan brachten, weil sie auf ihren Schiffen Kaffee ohne offenes Feuer zubereiten wollten.
Heute gehört Cold Brew weltweit fest zur Specialty Coffee Szene. Besonders im Sommer findet man ihn in Cafés, Restaurants und Röstereien. Auch in Deutschland wird Cold Brew immer beliebter und das völlig zurecht, denn kaum eine Kaffeezubereitung verbindet Erfrischung und Geschmack so gut miteinander.
Warum schmeckt Cold Brew so anders?
Der größte Unterschied liegt tatsächlich in der Temperatur des Wassers. Bei heißem Kaffee werden innerhalb kurzer Zeit sehr viele Stoffe aus dem Kaffee gelöst. Das sorgt für intensive Röstaromen, kräftige Bitterstoffe und oft auch deutlich wahrnehmbare Säure.
Bei Cold Brew passiert genau das viel langsamer. Die kalte Extraktion holt andere Geschmacksnoten aus dem Kaffee heraus. Das Ergebnis wird weicher, süßer und oft deutlich harmonischer.
Gerade Menschen, die normalen Kaffee manchmal als zu bitter oder zu säurebetont empfinden, entdecken über Cold Brew oft einen ganz neuen Zugang zu Specialty Coffee. Besonders spannend wird es bei fruchtigen Kaffees. Noten von Beeren, Steinfrüchten oder Zitrusfrüchten wirken bei Cold Brew häufig viel klarer und saftiger. Deshalb lieben wir diese Zubereitung gerade im Sommer so sehr.
So machen wir Cold Brew bei Reinholz
Wir im Team Reinholz bereiten Cold Brew im Sommer regelmäßig zu. Sowohl in unseren Cafés als auch bei uns in der Rösterei gehört ein großer Cold Brew auf Eis an warmen Tagen einfach dazu. Das Schöne daran: Man braucht weder teures Equipment noch komplizierte Technik. Ein gutes Gefäß, frischer Kaffee und etwas Geduld reichen völlig aus. Für die Fotos dieses Blogbeitrags hat unser Barista Anton die einzelnen Schritte vorbereitet und gezeigt, wie einfach Cold Brew selber machen wirklich ist.
Cold Brew Rezept zum Nachmachen
Das brauchst du:
- ✓Kaffee 50 g grob gemahlenen Kaffee
- ✓Wasser 500 ml kaltes Wasser
- ✓Gefäß ein großes Gefäß
- ✓Filter ein feines Sieb oder Filterpapier
Cold Brew selber machen Schritt für Schritt

1. Kaffee mahlen
Wichtig ist vor allem der richtige Mahlgrad (das hier sind 50 Gramm). Der Kaffee sollte ungefähr so grob gemahlen sein wie Meersalz. Ist er zu fein, kann der Cold Brew später schnell bitter oder trüb werden.

2. Kaffee und Wasser vermischen
Den grob gemahlenen Kaffee zusammen mit kaltem Wasser in ein großes Gefäß geben und einmal gut umrühren, damit der Kaffee vollständig benetzt wird. Schon jetzt riecht man oft die ersten fruchtigen und süßen Noten.

3. Ziehen lassen
Jetzt braucht der Cold Brew vor allem Zeit. Je nach Geschmack sollte der Kaffee etwa 12 bis 24 Stunden ziehen. Das funktioniert sowohl im Kühlschrank als auch bei Raumtemperatur. Wir persönlich lassen unseren Cold Brew meistens etwa 12 Stunden ziehen. So bleibt er schön frisch, weich und angenehm klar. Je länger der Kaffee zieht, desto intensiver wird das Ergebnis. Auch der Koffeingehalt steigt dabei etwas an.

4. Filtern
Nach der Ziehzeit den Kaffee einfach durch ein feines Sieb oder einen handelsüblichen Papierfilter abfiltern – Anton macht das hier nur ganz speziell mit einer Chemex, aber alle Filtermethoden sind denkbar! Danach ist dein Cold Brew fertig und kann direkt serviert werden. Im Kühlschrank hält er sich problemlos mehrere Tage.
Wie serviert man Cold Brew?
Ganz klassisch serviert man Cold Brew natürlich auf Eiswürfeln. Aber eigentlich sind deiner Fantasie dabei keine Grenzen gesetzt. Besonders lecker schmeckt Cold Brew pur auf Eis, mit Milch oder Haferdrink, mit einer Kugel Vanilleeis oder auch mit Tonic Water. Wer Lust hat, kann außerdem etwas Zimt ergänzen, eine Orangenscheibe dazugeben oder Cold Brew sogar als Basis für sommerliche Kaffee-Cocktails verwenden.
Gerade mit Milch entsteht ein unglaublich cremiges und weiches Sommergetränk, das perfekt zu heißen Tagen passt. Wer es etwas süßer mag, kann außerdem etwas Sirup oder braunen Zucker ergänzen. Besonders spannend finden wir allerdings die pure Variante, weil dort die feinen Aromen des Kaffees am besten zur Geltung kommen.

Warum wir Cold Brew im Sommer lieben
Cold Brew passt für uns perfekt zum Sommer. Er ist unkompliziert, erfrischend und macht einfach Spaß. Außerdem zeigt er nochmal eine ganz andere Seite von Kaffee. Viele Menschen entdecken dadurch völlig neue Geschmacksnoten und merken zum ersten Mal, wie vielseitig Specialty Coffee eigentlich sein kann.
Gerade an heißen Tagen trinken wir Cold Brew oft lieber als heißen Kaffee. Nicht weil wir heißen Kaffee weniger lieben würden, sondern weil Cold Brew einfach dieses leichte, entspannte Sommergefühl mitbringt. Ein Glas Cold Brew, Eiswürfel, Sonne und gute Freunde. Viel mehr braucht es manchmal gar nicht.
Welche Kaffees eignen sich besonders gut für Cold Brew?
Cold Brew selber machen ist einfach, macht Spaß und bringt nochmal ganz neue Geschmacksnoten aus dem Kaffee hervor. Gerade fruchtige, hell geröstete und klare Filterkaffee-Röstungen entwickeln bei der kalten Extraktion unglaublich spannende Aromen und machen Cold Brew zu einem perfekten Sommergetränk. Nicht jeder Kaffee schmeckt als Cold Brew gleich spannend. Besonders gut funktionieren Kaffees mit fruchtigen, süßen und lebendigen Noten. Deshalb setzen wir bei Cold Brew gerne auf Specialty Coffees mit viel Charakter.
Puerto Alegre
Ein fruchtiger Specialty Coffee, dessen feine Aromen im Cold Brew besonders schön zur Geltung kommen. Gerade die süßen und frischen Noten entwickeln durch die kalte Extraktion nochmal eine ganz neue Tiefe und sorgen für ein unglaublich weiches, sommerliches Geschmackserlebnis.
Tukan
Unser peruanischer Bio Kaffee und einer unserer absoluten Lieblingskaffees. Der Tukan funktioniert sowohl heiß als Filterkaffee als auch kalt als Cold Brew richtig gut. Seine weichen, schokoladigen und leicht fruchtigen Noten machen ihn zum perfekten Kaffee für warme Sommertage. Den lassen wir meistens etwa 12 Stunden ziehen und servieren ihn anschließend auf Eis. Und dann geht’s ab in den Garten.
Wenn du bisher dachtest, Kaffee müsse immer heiß, kräftig und bitter sein, solltest du Cold Brew unbedingt einmal ausprobieren. Mit einem guten Kaffee, etwas Zeit und kaltem Wasser entsteht ein unglaublich spannendes Sommergetränk, das man so schnell nicht mehr missen möchte. Probier es selbst aus und entdecke Kaffee nochmal ganz neu. Und dann kann der Sommer kommen. ☀️☕



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